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1. Hénon-Abbildung Ebenso wie die logistische Abbildung ist das Hénon-System ein System mit einer diskreten Zeitskala n=1, 2, ... . Es besitzt einen Freiheitsgrad mehr, denn während die log. Abbildung das eindimensionale Intervall [0..1] auf sich selbst abbildet, sind die Hénon-Gleichungen auf der reellen Ebene definiert. Außerdem besitzen nicht nur einen, sondern zwei Systemparameter, a und b:
Der Hénon-Attraktor eignet sich gut, um zwei wesentliche Charakteristika chaotischer Systeme zu veranschaulichen. Das erste ist die sensitive Abhängigkeit von den Anfangsbedingungen. Systeme, die die gleichen Systemparameter haben, sich aber in den Anfangsbedingungen unterscheiden, und sei es noch so geringfügig, bewegen sich im Laufe der Zeit auseinander - und zwar im zeitlichen Mittel sogar exponentiell. Die zweite Eigenschaft heißt Ergodizität. Vereinfacht gesprochen verteilt sich eine große Anzahl gleicher Systeme, die zwar die gleichen Systemparameter, aber unterschiedliche Startpunkte hatten, (ein sogenanntes “statistisches Ensemble”) nach Ablauf einer hinreichend langen Zeit zu einem ansonsten beliebigen festen Zeitpunkt ebenso auf dem Attraktor wie die Folge der Iterationen eines einzigen (fast beliebigen) Startpunktes. Bedienung des Applets: Anfangs zeigt das Applet eine Menge von Startpunkten, die auf der Peripherie eines kleinen Kreises liegen. Der Kreis läßt sich per Mausklick neu positionieren. Durch Druck auf die Iterate-Taste wird die Hénon-Abbildung auf jeden dieser Punkte einmal angewendet. Die Kreislinie wird im Laufe mehrerer Iterationen immer stärker verzerrt (sensitive Abhängigkeit von den Anfangsbedingungen!), bis schließlich die gesamte Silhouette des Henon-Attraktors sichtbar wird. Durch Drücken der Taste Randomize läßt sich eine völlig andere, “wolkenartige” Menge von zufällig verteilten Startwerten erzeugen. Auch hier konvergieren die Iterationen der meisten dieser Startpunkte schließlich gegen den Hénon-Attraktor. Ein gewisser Anteil divergiert allerdings und trägt dann nicht mehr zum Bild bei. Die Ursache dieser Divergenz ist, daß das sogenannte Attraktionsbasin des Hénon-Attraktors nicht die gesamte reelle Ebene umfaßt, sondern nur einen kleinen Bereich (ungefähr U-förmig). Schon nach wenigen Iterationen formen die Bilder beider Mengen von Anfangsbedingungen den bekannten Attraktor, der auch von der Folge der Iterationen eines einzelnen Startpunktes gezeichnet wird (Ergodizität!). Die Hénon-Abbildung ist dissipativ, d. h. ein Phasenraumvolumen (= ein Stückchen der x,y-Ebene) wird unter dieser Abbildung kontrahiert, sonst könnte kein Attraktor entstehen.Man überzeugt sich davon, indem man die Determinante der zugehörigen Jacobimatrix berechnet. Die Jakobimatrix lautet:
Ihre Determinante ist somit -b. Ein Volumen wird also um den Faktor |-b| komprimiert, wenn b kleiner als 1 ist. Andere zweidimensionale dissipative Abbildungen sind z.B. die Ikeda-Abbildung, die Kaplan-Yorke-Abbildung, die Tinkerbell-Abbildung oder die Zaslavskij-Abbildung.
2. Hénons quadratische Twist-Abbildung Von M. Hénon stammt die Untersuchung einer weiteren zweidimensionale Abbildung, deren Verhalten sich völlig von der oben beschriebenen unterscheidet, die quadratische Twist-Abbildung [Henon69]:
Für den Grenzfall xn2 << yn beschreibt diese Abbildung einfach eine Drehung um den Winkel
hat die Determinante 1. Somit hat diese Abbildung keine Attraktoren. Vielmehr zeigt sie das Verhalten Hamiltonscher chaotischer Systeme.
Wie man in dem Java-Applet leicht ausprobieren kann, zeigt das System für geeignete Werte von Literatur Natürlich wird die Hénonabbildung ebenso wie die log. Abbildung in vielen Lehrbüchern wie z. B. [Guckenheimer83] oder [Schuster88] behandelt. Zuerst beschrieben wird sie in [Henon76]. In [Feit78] wird numerisch die Abhängigkeit des größten Lyapunovexponenten von den Systemparametern untersucht. Hier findet man auch Darstellungen des Attraktionsbasins. Die stabilen und instabilen Mannigfaltigkeiten des Henon-Systems (und verwandter Systeme) sind Gegenstand von [Franceschini81] und [Tel82]. Um die systematische Suche nach instabilen periodischen Orbits im Hénon-Attraktor geht es in [Grassberger89]. Zur Twist-Abbildung findet man außer in [Henon69] z.B. auch in [Lichtenberg83] weitere Informationen.
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